Gewerbegebiet Langäcker - mein Vorhaben - Dr. ANNE SCHMITT | BÜRGERMEISTERIN für Kemmern

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Gewerbegebiet Langäcker - mein Vorhaben



Gewerbegebiet „Nord-Ost“ – Strategisches Umsetzungskonzept

Für das Gebiet „Nord-Ost“ Langäcker liegt ein rechtsverbindlicher Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan vor. Damit sind die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen.

Gewerbegebiet mit bester Anbindung ist auf der Seite der Gemeinde Kemmern zu lesen - passiert ist bislang relativ wenig.

Die Erfahrung aus vergleichbaren Gemeinden zeigt jedoch deutlich:
Zwischen Baurecht und tatsächlicher Entwicklung liegt oft ein weiter Weg. Gewerbeflächen bleiben dann über Jahre ungenutzt, wenn Nachfrage, Erschließung, Finanzierung und Vermarktung nicht aktiv gesteuert werden.
Deshalb braucht es für Kemmern ein strukturiertes, mehrstufiges Vorgehen.

1. Zielbild: Wofür entwickeln wir das Gebiet?
Bevor operative Schritte erfolgen, muss das politische Ziel klar definiert sein.
Das Gewerbegebiet „Nord-Ost“ soll:
  • die Gewerbesteuerbasis langfristig verbreitern
  • ortsnahe Arbeitsplätze schaffen
  • regionale Wertschöpfung stärken
  • die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Gemeinde erhöhen
  • Planungssicherheit für zukünftige Investitionen schaffen
Es geht nicht um Flächenverwertung, sondern um wirtschaftliche Stabilität für die kommenden Jahrzehnte.

2. Markt- und Bedarfsanalyse – realistisch statt spekulativ
Planungsrecht ersetzt keine Marktanalyse. Deshalb steht am Anfang eine belastbare Bedarfserhebung.
Konkret bedeutet das:
  • Gespräche mit regionalen Handwerks- und Mittelstandsunternehmen
  • Abfrage von Expansionsbedarfen bestehender Betriebe
  • Abstimmung mit Wirtschaftsförderung des Landkreises
  • Analyse der regionalen Wettbewerbssituation
Zentrale Fragen:
  • Welche Betriebsgrößen werden tatsächlich nachgefragt?
  • Welche Grundstückszuschnitte sind realistisch vermarktbar?
  • Welche Branchen passen strukturell zu Kemmern?
  • Wie hoch ist die tatsächliche Nachfrage – nicht die theoretische?
Erst auf Basis dieser Daten wird die Vermarktungsstrategie festgelegt.

3. Wirtschaftlichkeit und Finanzierung
Ein Gewerbegebiet ist ein langfristiges Investitionsprojekt. Deshalb braucht es eine vollständige wirtschaftliche Betrachtung.
Zu prüfen sind:
  • Erschließungskosten (Straßenbau, Kanalisation, Wasser, Strom, Glasfaser)
  • Regenwasser- und Entwässerungslösungen
  • Baugrund- und Bodenbeschaffenheit
  • mögliche Ausgleichs- und Naturschutzmaßnahmen
  • laufende Unterhaltskosten
Erforderlich ist eine Vollkostenrechnung über mindestens 25–30 Jahre.
Ziel ist eine realistische Einschätzung:
  • Ab wann amortisiert sich die Investition?
  • Welche Gewerbesteuereinnahmen sind konservativ anzunehmen?
  • Welche Risiken bestehen (Marktlage, Baukostenentwicklung, Verzögerungen)?
Das Projekt muss finanziell tragfähig sein – auch bei vorsichtigen Annahmen.

4. Klare Branchenstrategie
Ein Gewerbegebiet ohne Profil wird beliebig. Deshalb ist eine klare Schwerpunktsetzung notwendig.
Priorität haben:
  • Handwerksbetriebe
  • produzierender Mittelstand
  • technologieorientierte kleine und mittlere Unternehmen
  • energie- und umweltbezogene Betriebe
  • regionale Dienstleister mit Arbeitsplatzwirkung
Nicht im Fokus stehen:
  • reine Logistiknutzungen mit hoher Verkehrsbelastung
  • großflächige Lager ohne Arbeitsplatzdichte
  • kurzfristige Flächenspekulation
Ziel ist eine stabile, arbeitsplatzintensive und ortsverträgliche Nutzung.

5. Erschließung mit klarer Zeit- und Kostenplanung
Erschließung darf kein offener Prozess sein. Sie braucht:
  • einen verbindlichen Realisierungsplan
  • klare Kostenzuordnung je Grundstück
  • transparente Preisbildung
  • frühzeitige Abstimmung mit Versorgern
Empfehlenswert ist eine stufenweise Erschließung:
  • Abschnittsbildung
  • Anpassung an tatsächliche Nachfrage
  • Vermeidung unnötiger Vorfinanzierung
So bleibt das finanzielle Risiko kontrollierbar.

6. Verkehr und Ortsverträglichkeit
Die Entwicklung darf nicht zu einer zusätzlichen Belastung der bestehenden Wohngebiete führen.
Daher notwendig:
  • Aktualisierung der Verkehrsprognose
  • klare Zufahrtsführung
  • Vermeidung von Durchgangsverkehr
  • sichere Wege für Mitarbeitende
  • Berücksichtigung von Rad- und ÖPNV-Anbindung
Akzeptanz in der Bevölkerung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.

7. Infrastruktur- und Nachhaltigkeitsstandard
Moderne Betriebe erwarten leistungsfähige Infrastruktur.
Dazu gehören:
  • Glasfaseranbindung
  • ausreichende Stromkapazitäten
  • Vorbereitung für Photovoltaik
  • Ladeinfrastruktur für E-Mobilität
  • Regenrückhalte- und Versickerungskonzepte
  • Begrünung und Beschattung
Nachhaltigkeit ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern erhöht die Standortattraktivität.

8. Aktive Vermarktung
Ein Gewerbegebiet entwickelt sich nicht von selbst.
Erforderlich sind:
  • professionell aufbereitete Standortinformationen
  • direkte Ansprache potenzieller Betriebe
  • Zusammenarbeit mit IHK und Handwerkskammer
  • Einbindung regionaler Netzwerke
  • klare Vergabekriterien
Vergabe sollte nach transparenten Kriterien erfolgen:
  • Anzahl der Arbeitsplätze
  • regionale Wertschöpfung
  • langfristige Standortbindung
  • Nachhaltigkeitskonzept

9. Steuerung und Kontrolle
Das Projekt braucht regelmäßige Überprüfung.
Empfehlenswert sind:
  • jährliche Fortschrittsberichte
  • transparente Darstellung von Kosten und Einnahmen
  • Überprüfung der Nachfrageentwicklung
  • Anpassung der Strategie bei Bedarf
So wird verhindert, dass das Projekt an Dynamik verliert.

10. Politische Verantwortung
Für das Gebiet „Nord-Ost“ ist das Planungsrecht geschaffen.
Jetzt geht es um die Umsetzung.
Das bedeutet:
  • wirtschaftliche Vernunft
  • klare Prioritäten
  • strukturierte Projektsteuerung
  • transparente Kommunikation
Ein erfolgreich entwickeltes Gewerbegebiet stärkt:
  • die Finanzkraft der Gemeinde
  • die Investitionsfähigkeit
  • die wirtschaftliche Eigenständigkeit
  • die Lebensqualität durch ortsnahe Arbeitsplätze

Die Entscheidung ist strategisch – und sie wirkt über Jahrzehnte.
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